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Tutorial: Transport Stream Packet Editor - ANLEITUNG FÜR TS PACKET EDITOR

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Tutorial: Transport Stream Packet Editor - ANLEITUNG FÜR TS PACKET EDITOR (TSPE)

Version 0.301


Hinweis: Dieses Tutorial wurde freundlicherweise vom TSPE Dev Team und Ventolin zur Verfügung gestellt. Bitte würdigt deren Arbeit mit einem Besuch derer Internetseite!



1.1.0.1 Was ist TS Packet Editor?


Es ist ein Werkzeug, welches euch erlaubt zu trimmen (editieren) und automatische Fehlersuche (error scans) in Transport Stream Dateien (.ts) mit beinhaltenden MPEG2 oder h.264 Videodaten durchführen zu lassen. Die Daten können standardaufgelöst oder hochaufgelöst sein (getestet mit SD MPEG2, HD MPEG2, und 720p und 1080i h.264). TSPE kann den Stream analysieren und nach den häufigst auftretenden Arten von Aufnahmefehlern, welche "Kontinuitätsfehlern" ('continuity errors') und "TEI-Fehlern" ('TEI errors') wären, scannen (schnell!). Zusätzliche Merkmale (z.B. PID stripping) sind für mögliche zukünftige Versionen geplant.

Haltet TSPE als eine schnelle und effiziente Kombination aus den praktischsten Fähigkeiten von HDTVtoMPEG2, MPEG2Repair, GSpot und TSReader Pro. Und erwähnte ich, dass es mit h.264 umgehen und bewältigen kann?

TSPE ist ein extrem präzises Tool mit Sub-Frame-Genauigkeit, sogar bis runter zu den wirklichen Transport Stream Packeten, wenn man möchte. Aber nehmt zur Kenntnis, dass im es Gegensatz zu VideoRedo kein Re-Encoding des Videos machen kann, wenn man zwischen Keyframes editiert. Das heißt, dass man Editierungen zwischen Keyframes machen kann, aber wenn man das Ergebnis abspielt wird es ein paar Frames feststehendes Video haben, bevor es das voll bewegte Video vom ersten gefundenen Keyframe im Edit abgreift (man kann immer noch eine Editierung wie diese machen, um eine gute Audioeditierstelle zu bekommen). Auf der andere Seite kann eine Editierung mit jedem Frame enden, die Endstelle muss nicht unbedingt ein Keyframe sein.

Zusammenfassung: Startpunkteditierungen sollten bei Videokeyframes (die Editierungspunkte können zwischen Keyframes sein, aber die zusätzlichen Frames werden nicht in beim Abspielen angezeigt); Endpunkteditierungen sollte bei Videoframes sein. Es ist für Fortgeschrittene auch möglich mit Bezug auf Audioframes zu editieren, nicht nur Videoframes.

Einschränkungen:
* Für das Verstehen aller TSPE-Features werden grundlegende Kenntnisse der Transport-Stream-Struktur und PIDs benötigt (siehe Detaillierte Anleitung unten)
* Während des Editierens hängt die Genauigkeit der Videovorschau von der Directshowcodeceinstellung für die Eingabedatei ab (siehe Setup-Sektion 3 unten)
* Während des Editierens behält TSPE 0.301 alle PIDs, es streicht keine Null-Pakete oder andere ungewollte PIDs
* TSPEs Fehlersuche und Analysefunktionen funktionieren mit Transport Stream, nicht aber mit zugrunde liegenden Elemental Streams - während TSPE die meisten Arten von Aufnahmefehlern auffinden kann, kann es keine Videoencodingfehler in den zugrunde liegenden Videos finden, wie es zum Beispiel MPEG2Repair kann
* TSPE kann keine Fehler reparieren, obwohl einige Features dabei helfen können dieses 'manuell' zu machen (z.B. durch erstellen eines 'Frankencap')
* TSPE kann keine Zeitstempel oder Zeitcodefehler (PTS oder PCR) reparieren, obwohl dieses in der Zukunft noch kommen kann
* TSPEs Editierfunktionen sind gegenwärtig nur für das Trimmen der Start- und Endpunkte geeignet, kein Werbungseditieren, obwohl dieses in der Zukunft noch kommen kann - inzwischen, falls man Werbung editieren will, sollte man ein anderes Tool zum nachträglichen Beheben der PTS nutzen.
* TSPE ist immer noch in einer frühen Entwicklungsphase. Es wurde mit den meisten verfügbaren Materialarten getestet und scheint in einer stabilen Version zu sein. Aber es könnte mit eurer Art von Eingabedatei ungetestet oder inkompatibel sein. Das Tool kann immer noch Bugs enthalten und Fehlermeldungen oder andere Schäden an der Ausgabedatei verursachen: Wenn wertvolles Material benutzt wird seid ihr angewiesen die Eingabedatei aufzubewahren, bis ihr mindestens (1) die TSPE-Ausgabe mit einer anderen Fehlerscanningsoftware überprüft habt; und (2) die Ausgabedatei komplett nach Glitches angesehen habt: falls ihr das nicht macht, ist das euer eigenes Risiko!
* TSPE ist für Windows XP geschrieben, und nicht für Vista oder andere Betriebssysteme. Falls ihr es unter Vista laufen habt lasst es jedenfalls die anderen wissen, aber seid nicht überrascht, wenn es nicht in gleicher weise funktioniert.

1.1.0.2 Setup


1. Installiert .NET Framework 2.0 von Microsoft

(TSPE benötigt das komplette Microsoftpacket und wurde als nicht mit der "lite"-Version von .NET Framework funktionierend bestätigt, welche auf http://www.nliteos.com/ (version 2.0 R3) verfügbar ist)


2. Ladet und entpackt TSPE in einen Ordner, zum Beispiel unter C:\Program Files\TSPE

Das Paket besteht aus 3 Dateien:

TS Packet Editor.exe Interop.QuartzTypeLib.dll Interop.Scripting.dll


3. Wichtig: Überprüft, dass ihr eine gute Directshowwiedergabe eurer Eingabedateien auf eurem PC habt: das bedeutet, dass eure Eingabedateien korrekt im Windows Media Player (oder mit "Render File" in GraphEdit) abgespielt werden kann.

Für das beste Ergebnis sollte die Datei unter Benutzung folgender Filter abgespielt werden:
+ entweder Gabest MPEG Splitter (mpegsplitter.ax) Version 1.0.0.3 oder spätere (empfohlen - auch unter MPC internal splitter bekannt) oder Haali Media Splitter Version 1.6.193.1 oder spätere
+ Videocodec (für h.264, Wahl zwischen CoreAVC Pro (empfohlen) oder Cyberlink H264/AVC decoder**)
+ AC3 Filter

**Elecard AVC/H264 Decoder kann auch benutzt werden, wenn diese anderen nicht verfügbar sind, obwohl die Navigation in TSPE mit Elecard langsamer wird, das heißt, dass es bei jeder Videopositionsveränderung mit dem Updaten des Videovorschaufenster ein wenig länger dauern wird.

Bemerkung: TSPE setzt nicht voraus, dass man h.264 ruckelfrei auf dem Computer abspielen kann: da das Videobild normalerweise statisch ist, kann TSPE sogar auf Low-End-Systemen benutzt werden.

04.01.2007 Hinweis über Splitter: Gabest Splitter kann langsam sein (30 Sekunden und mehr) beim Öffnen einiger Quelldateien, weil es die komplette Datei während des Öffnens scannt, aber es ist sehr zuverlässig. Haali Splitter ist schneller und teilweise genauer in Bezug auf Frames, aber Haali versagt bei einigen Eingabedateien. Wenn man Gabest und Haali auf dem PC installiert hat, dann wird Gabest als Standard benutzt. Fortgeschrittene können vom PC die Benutzung des Haali Splitter erzwingen, indem die Registry mit folgendem Key verändert wird:

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Classes\Media Type\Extensions\.tp] "Source Filter"="{55DA30FC-F16B-49fc-BAA5-AE59FC65F82D}"
(dieses Beispiel ist für Dateiendungen .tp) - dann benutzt Haali, einfach die Dateiendung der Eingabedatei von .ts zu .tp umbenennen

Hier ist ein Beispielfiltergraph für h.264 in GraphEdit durch Haali Source/Splitter:
Einen funktionierenden Directshow zur Wiedergabe zu haben ist aus zwei Gründen wichtig
* Das Videovorschaufenster in TSPE benutzt Directshow, um die Videos anzuzeigen
* Die vom Editor vermutete Videobitrate richtet sich (gegenwärtig) nach der vom Directshow Media Splitter gelieferten Medienlaufzeit.

Um diesen Punkt zu wiederholen: für den genauen Betrieb von TSPE ist es WICHTIG, dass der wiedergebende Filtergraph die korrekte Laufzeit des Mediums ausgibt. Gabest MPEG Splitter macht dieses. Haali macht dieses überlicherweise, ausgenommen von ein paar wenigen Dateien, die PTS Rollover / Wraparounds enthalten: das ist ein Bug in Haali. Im Zweifel sollte man erst die Eingabedatei durch Abspielen im Standardmediaplayer prüfen und schauen, ob die richtige Länge angezeigt wird.

TIPP: Falls man keine gute Directshowwiedergabe hat, vielleicht bei einer vereinzelten Problemdatei, dann kann TSPE mit deaktivierten Videovorschaufenster benutzt werden. In dieser Situation müssen die Bitraten manuell eingestellt werden, falls genaues Timing benötigt wird.


4. (Optional) In Windows kann man Dateiarten wie .ts (oder .tp, oder jede andere Transport Stream Datei) mit "Öffnen mit ..." einstellen mit TSPE geöffnet zu werden.
Einfach dazu mit einem Rechtsklick auf eine .ts Datei und "Öffnen mit ..." im Kontextmenü TSPE auswählen (Man kann dieses auch im Explorer unter "Tools/Folder Options/File Types", in der deutschen Variante unter "Extras/Ordneroptionen.../Dateitypen", einstellen.)

1.1.1 Schnellstart zum Scannen


Auf 'Scan' am unteren Ende des Hauptfensters klicken und TSPE sein Werk machen lassen. Das Ergebnis des Scans wird auch in eine Log-Datei geschrieben. Für mehr Informationen weiter unten unter TSPEs Fehlererkennungsfunktionen (Error Detection) in der Detaillierten Anleitung schauen.

1.1.2 Schnellstart zum Editieren

1. Die Quell- und Ausgabedatei setzen

Auf "Open" klicken, um zur editierenden Datei zu browsen.

Wenn die Datei geöffnet wurde, wird ein Defaultname (den gleichen Dateinamen mit angehängtem .edit) in der Textbox neben den "Save As" Knopf angezeigt. Benutzt den "Save As" Knopf, um einen anderen Ausgabenamen zu wählen, oder gebt den Namen direkt in die Textbox ein.
Es ist hier auch möglich einen anderen Laufwerksbuchstaben in der "Save As" Textbox einzugeben, so dass zum Beispiel die Ausgabedatei auf Laufwerk K: gespeichert wird, wohingegen die Eingabedatei auf Laufwerk J: liegt (beim Editieren ist es aus Geschwindigkeitsgründen empfohlen, dass die Eingabe- und Ausgabedatei auf physikalisch verschiedenen Laufwerken sind).

Bemerkung: die Quelldatei hat üblicherweise eine .ts Dateiendung, aber es muss diese nicht zwingend haben. Im oberen Screenshotist die Dateiendung der (fiktionalen) Eingabedatei eine .tp und die Ausgabedatei hat die gleiche Endung.

HINWEIS: an diesem Punkt möchte man vielleicht die Konfigurationsoptionen für die Eingabedatei nach Richtigkeit überprüfen, um spätere Probleme zu vermeiden: siehe dazu die zwei Wichtig Bermerkungen am Anfang der Detailierten Anleitung (Teil 1) weiter unten.

2. Start- und Endpunkt für eure Editierung setzen

Benutzt die Navigationskontrollen unter dem Videovorschaufenster, um zum Start- und Endpunkt eurer Editierung zu navigieren. Das Videovorschaubild hilft beim erkennen, wo die Editierung gemacht wird. Wenn man einen guten Startpunkt hat auf "Set" drücken, um diesen einzustellen. Wenn man einen guten Endpunkt hat auf das andere "Set" drücken, um dieses ebenfalls einzustellen.

Man kann innerhalb des Videos mit dem Schieber und dem 'Play'-Knopf navigieren (klickt den Knopf erneut, um die Wiedergabe zu pausieren)

Alternativ dazu können die Navigation-Keys benutzt werden (siehe unten).

HINWEIS: normalerweise ist das Videovorschaufenster genau, aber bei einigen Dateien kann es ein paar Sekunden abweichen. Man kann zur Vorschau der Start- und Endpunkte den 'Test'-Knopf nutzen (immer erst den "Set"-Knopf zum einstellen der Start- und Endpunkte nutzen). Bei jeder Benutzung des "Test"-Knopfes wird eine kleine Ausgabedatei erzeugt (im selben Ordner wie die Eingabedatei, und mit ähnlichem Name mit Endung ".test"), so dass man die Editierpunkte in der Vorschau überprüfen kann. Der Test dauert jeweils 3 Sekunden und startet dort, wo der Startpunkt oder der Endpunkt gesetzt wurde. Es sollte möglich sein die .test Datei während des laufenden TSPEs einsehen zu können, indem man nur durch Alt-Tab aus TSPE rausgeht und über Windows die .test Datei öffnet und mit der normalen Wiedergabesoftware abspielen lässt: nehmt zu Kenntnis, dass einige Abspiellösungen die Testdateien ein bisschen unterschiedlich abspielen (zum Beispiel mit reduzierter Auflösung) während TSPE am Laufen ist, weil TSPE und der Player wegen der Benutzung des selben Codecs für die Wiedergabe kollidieren.

Empfohlen: neue Benutzer sollten immer den Start- und Endpunkt auf Keyframes mit den IF+ und IF- Knöpfen einstellen.

3. Speichert die Start- und Endpunkte in der Editierauswahlliste

Die Editierauswahlliste befindet sich unten rechts. Drückt auf den "Add"-Knopf, um die eingestellten Start- und Endpunkt hinzuzufügen. Dieses erzeugt eine neue Zeile in der Editierauswahlliste, welche den Start- und Endpunkt inn Sekunden und Bytes anzeigt.

Falls man mehrfache Edits in der Liste hat und man nur einen von denen in der Ausgabedatei haben will, dann entferne entweder die Anderen von der Liste oder man wählt die gewünschten aus, indem man die jenige Reihe mit der Maus highlightet.


4. Erstellung der Editierung

Drückt den "Edit"-Knopf zur Erzeugung der Ausgabedatei anhand der Editierungsliste. (Für mehr Information, siehe Sektion Benutzung der Editierauswahlliste (Edit Decision List) in der Detaillierten Anleitung.)


1.1.3 Detaillierte Anleitung (Teil 1)


Wichtig: Zum Editieren und Navigieren stellt die Radioknöpfe (links unten) entsprechend der in der Datei enthaltenen Videoart ein - h.264 (die Standardeinstellung) oder MPEG2. (Dies ist nicht notwendig, falls man nur einen Fehlerscan machen möchte.)

WICHTIG: Zum Editieren und Navigieren von NTSC Eingabedateien muss sichergestellt werden, dass die 'Frame Rate'-Konfigurationsoption richtig ist für die Datei - dieses könnte ein manuelles Einstellen für einige NTSC-Quellen verlangen (siehe Konfigurationsoptionen in Teil 2 unten). Falls man bemerkt, dass das Videovorschaufenster nicht mit dem 'Test'-Editierungen übereinstimmen, oder falls die 'Test'-Editierungen eine Länge von mehr als 3 Sekunden haben, dann ist die Framerate das erste, was man überprüfen sollte.

h.264 oder MPEG2 Videodaten bestehen aus einer Serie von Frames, welche entweder aus Keyframes (manchmal I-Frames genannt) oder Non-Keyframes (manchmal B-Frames oder P-Frames genannt) bestehen. Gewöhnlich sind ungefähr eines von zehn Bilder ein Keyframe - und es gibt 24, 25, 30, 50 oder 60 Bilder zusammen pro Sekunde - so wird man typischerweise zwei oder drei I-Frames pro Sekunde sehen. Bei MPEG2 und h.264 Videos kann die Wiedergabesoftware nur die Non-Keyframes zeichnen, wenn es vorher die Keyframes hat. Falls man die Bearbeitung an einer Stelle startet, an der es nicht das erste Paket eines Keyframes gibt, dann könnte man ein für wenige Bilder eingefrorenes Video bei der Wiedergabe sehen, bis das erste Keyframe erreicht ist und das voll bewegte Video beginnt.

1.1.3.1 Navigationsknöpfe

+10 bewegt 10 Sekunden vorwärts
+1 bewegt 1 Sekunde vorwärts
IF+ bewegt zum nächsten Keyframe vorwärts (h.264 oder MPEG2: Bemerkung: benötigt eine richtige Auswahl des Videotyps durch die Radioknöpfe)
F+ bewegt zum nächsten Frame vorwärts (h.264 oder MPEG2: Bemerkung: benötigt eine richtige Auswahl des Videotyps durch die Radioknöpfe)
p+ bewegt um ein Paket vorwärts
Play startet die Videowiedergabe (Pausieren durch erneutes Drücken)
p- bewegt um ein Paket rückwärts
F- bewegt zum vorherigen Videoframe (I-Frame, B-Frame oder P-Frame: siehe Bemerkung oben)
IF- bewegt zum vorherigen Keyframe rückwärts (I-Frame: siehe Bemerkung oben)
-1 bewegt 1 Sekunde rückwärts
-10 bewegt 10 Sekunden rückwärts

Man kann auch durch Ziehen des Schiebers in der Zeitleiste navigieren, welche man unter dem Videovorschaufenster sehen kann. Durch Klicken mit der Maus links oder rechts vom Schieber lässt 60 Sekunden vorwärts oder rückwärts springen.
Um zum Anfang der Eingabedatei (Paket 0) zu navigieren, den Videoschieber ganz nach links ziehen.
Um zum Ende der Eingabedatei (um auch das letzte Paket einzuschließen) zu navigieren, den Videoschieber ganz nach rechts ziehen und dann ein paar mal auf den "+10" Knopf drücken, um sicher zu sein das wahre Ende erreicht zu haben.

Letzendlich kann man noch als anderen Weg den "Jump" Knopf benutzen, um zum Start-und Endpunkt zu springen: dieses wird die aktuelle Position zum vorher gesetzten Start- oder zum Endpunkt wechseln. (Falls keine bis jetzt gesetzt wurden bringt sie das zum Anfang oder Ende der Eingabedatei.)

1.1.3.2 Bytes, Pakete und Zeit

Ein MPEG2 Transport Stream ist eine Serie von Paketen. Jedes Paket ist genau 188 bytes lang und muss immer mit dem byte (hex) 0x47 beginnen. (In einigen Stream sind die Pakete 204 bytes lang und beinhalten Fehlerkorrekturcode, das aber ungebräuchlich ist.)

TSPE arbeitet mit diesen Paketen: Bearbeitungen finden immer an der Paketgrenze statt. Der kleinste Navigationsschritt ist ein Packet. Das gegenwärtige Paket (Paketnummer, bytes, und Sekunden) wird in der 'Current'-Spalte der Start- und Endpunkttabelle angezeigt:

Die Zeit in Sekunden wird erstellt, indem die Bitrate, zur Verfügung gestellt von den selben Wiedergabefiltern des Videovorschaufensters, genutzt wird. Normalerweise (bei Benutzung von MPEG Splitter oder Haali Splitter) ist die Zeitangabe korrekt, aber falls nicht, dann kann man eine Bitrate manuell einstellen: siehe Sektion Bitrate überschreiben unten.

Ein Hex-Dump des aktuellen Pakets wird im großen Hex-Dump-Panel in der linken Spalte angezeigt.


Zusätzliche Informationen über das aktuelle Paket wird im 'Packet Decode' Informationspanel unter dem Hex-Dump angezeigt: im Besonderen die Table Pakets und Frame Headers werden analysiert, und Zeitstempel (PTS oder PCR) werden dort angezeigt, wo sie gegenwärtig sind.

1.1.3.3 Grobe Anleitung über PIDs

Jedes Paket hat eine Identifizierung/"Identifier" (Packet IDentifier oder PID). Diese sagt der decodierenden Hardware, welche Art von Inhalt das Paket enthält. Einige übliche PIDs (in Hex) sind:

0 = PAT (Program Association Table)
1 = conditional access table
10 oder FE = PMT (Program Map Table)

11 = MPEG2 video data
14 = audio data (normalerweise AC3)

258 = MPEG2 video (Standardauflösung)
259 = PCM stereo audio

5DE = h.264 video (BBC HDTV)
5E1 = AC3 audio (BBC HDTV)

7FF = Füller/"Filler", keine Daten

Pakete von mehreren verschiedenen Arten werden zusammengefügt/"muxed" und ergeben die .ts Datei, zum Beispiel besteht ein typischer BBC h.264 Mux hauptsächlich aus 5DE Packete (für das Video) mit ungefähr 3% Anteil an 5E1 (für Audio). Es tauchen gelegentlich auch PIDs 00, FE und FF (Tabellen) im Mux auf.

Die Tabellen (vornehmlich PAT und PMT) enthalten Timinginformationen und Informationen über andere PIDs. Die Tabellen sind regelmäßig im Transport Stream eingebunden. Die meisten PC-Wiedergabelösungen werden in der Tat funktionieren, sogar wenn die Tabellen nicht vorhanden oder inkorrekt sind.

Jedes Paket hat auch einen 4 bit Kintinuitätszähler, der dabei hilft Übertragungsfehler zu detektieren. Der Zähler läuft typischerweise von 0 zu F und startet wieder bei 0. Das nächste Packet im Strom mit dem selben PID hat den Zähler um einen erhöht. Auf diese Weise läuft der Zähler in kontinuirlicher Sequenz in allen Paketen der selben PID - aber die Kontinuitätssequenz für Packete mit verschiedener PID wird unterschiedlich sein.

Man kann im PID-Baum sehen, welche PIDs in der Datei sind. Man kann auch durch die verschiedenen PIDs schreiten durch wiederholtes Drücken auf den NPID (next PID) Knopf: dieses sucht vorwärts durch die Datei bis eine neue PID (verschieden von dem aktuellen Paket) gefunden wird. Weil Video und Audio PIDS am gebräuchlichsten sind, wird dieses normalerweise die Video und Audio PIDs anzeigen; um Tabellen und andere seltenere PIDs zu erreichen, muss man öfter auf NPID drücken.

Man kann suchen, um nachzusehen, ob die Datei ein bestimmtes PID beinhaltet, indem man die PID Nummer (in Hex) in das Textfeld eingibt und dann auf PID+ (oder PID-), um sich das nächste Paket mit der PID Nummer anzusehen. Dieses Merkmal kann nützlich sein, wenn die Eingabedatei zum Beispiel von SD nach HD stellenweise in mitten der Datei wechselt (angenommen mit abweichenden PIDs des HD-Videos vom SD-Video).

1.1.3.4 TSPEs Fehlererkennungsfunktionen (Error Detection)

Ein großes Feature in TSPE 0.301 ist der kombinierte Fehlerscan - mit einem Druck auf den 'Scan'-Knopf scannt man die gesamte Eingabedatei nach Fehlern.

Dieses scannt nach Kontinuitätsfehlern (simultane Suche in allen verschiedenen PIDs) und TEI-Fehlern. Es scannt die gesamte Eingabedatei ohne zu stoppen und gibt eine komplette Logdatei mit dem Ergebnis am Ende des Scanvorgangs. Das Suchergebnis wird im Loggingfenster angezeigt und (optional) in die EDL kopiert. Es kann auch (optional) in Textform in einer MPEG2Repair-artigen Logdatei geschrieben werden (automatisch im selben Ordner wie die Eingabedatei und unter ähnlichem Namen gespeichert).

(Wenn man bereits TSReader benutzt hat, dann hat man es die Eingabedatei nach der Anzahl von Kontinuitätsfehlern und TEI-Fehlern scannen gesehen: abgesehen von der hübscheren Benutzeroberfläche ist der Hauptunterschied, dass TSPE genau berichtet, wo sich die Fehler befinden ... und lässt einem so um diese herum editieren.)

Ein Kontinuitätsfehler ist eine Abriss im Kontinuitätszähler, welcher kontinuierlich laufen soll (siehe Grobe Anleitung über PIDs, oben). Es kennzeichnet, dass dort sehr wahrscheinlich einige fehlende Pakete unmittelbar vor der berichteten Position des Fehlers gibt - oft als "Glitch" bezeichnet.

Ein TEI-Fehler bedeutet, wenn die Aufnahmesoftware das Paket aufzeichnete und dabei versagte eine grundlegende Integritätsprüfung (basic integrity check) durchzuführen und es als einen Fehler beinhaltend markierte (flagged as containing an error). Diese Art von Fehler ist seltener als ein Kontinuitätsfehler. Es bedeutet, das die aufgenommenen Daten falsch sind - aber es können dort auch fehlenden Pakete sein. Wenn man oft TEI-Fehler angezeigt bekommt, dann sollte man sich unbedingt die aufnehmende Hardware ansehen, weil dort oft das Problem liegt.

Man kann auch die bestimmten Teile der Eingabedatei durch Benutzung der CCS- oder TEI-Knöpfe - diese zwei Knöpfe führen Kontinuitäts- oder TEI-Scans durch.

Wenn TSPE einen CCS-Scan durchführt scannt es nur ein PID auf einmal. der gegenwärtig gescannte PID wird in dem PID-Textfeld angezeigt: ein PID kann dort manuell eingegeben werden, oder es kann durch Drücken des NPID-Knopfes erreicht werden, bis der benötige PID angezeigt wird - oder durch ein Navigieren zu einem Packet des benötigten Types (z.B. würde ein I-Frame ein Videopaket sein).

Im Gegensatz dazu scannt der 'Scan'-Knopf alle PIDs gleichzeitig (so dass es normalerweise mindestens zwei Kontinuitätsfehler als einen Glitch aufnimmt, das heißt ein Fehler in der Video-PID und ein Fehler im Audio-PID).

Man kann manuell und schrittweise durch eine Sequenz von allen Paketen der selben PID gehen (überspringt Pakete mit abweichenden PID), indem die PID manuell in das Textfeld eingesetzt wird (oder ein PID kann erreicht werden durch Drücken des NPID-Knopfes bis der benötigte PID angezeigt wird - oder durch Navigieren zu einem packet des benötigten Types (z.B. würde ein I-Frame ein Videopaket sein)) und dann durch drücken der PID+ und PID- Knöpfe. Zum Beispiel kann diese benutzt wurden, um den Hex-Dump dort zu untersuchen, wo ein Kontinuitätsfehler gefunden wurde.

Falls eine Fehlerprüfung zu lange läuft kann dieses durch Drücken des "Abort"-Knopfes gestoppt werden.

Bemerkung: es gibt eine Wahrscheinlichkeit von 6% (ein sechzehntel), das ein Paketverlust unaufgespührt bleibt, wenn TSPE nur eine einzige PID durch Benutzung des 'CSS'-Knopfes scannt. Diese Wahrscheinlichkeit wird durch Überprüfung von mehr als einer PID reduziert, zum Beispiel reduziert das Scannen von Video und Audio durch den 'Scan'-Knopf die Wahrscheinlichkeit eines übersehenen Glitches auf 0,4% oder weniger.

1.1.3.5 Wie schwerwiegend sind Kontinuitätsfehler (Continuity Error)?

Ein Kontinuitätsfehler in den ersten paar Sekunden einer Aufnahme sind recht normal, weil zum Beispiel Festplatten erst auf Drehzahl kommen müssen oder die Aufnahmesoftware sich erst stabilisieren musste. Für gewöhnlich wird man beim Bearbeiten sowieso die ersten paar Sekunden verwerfen, also spielt dieses keine Rolle.

Die meisten Kontinuitätsfehler geben einen Verlust von Datenpaketen in der Aufnahme an (es ist auch ein Fehler beim Überträger möglich).

Ein Kontinuitätsfehler in den Audiodaten kann einen Abfall/Abriss oder einige andere geringere Glitcharten verursachen.

Ein Kontinuitätsfehler in den MPEG2-Videodaten wird sehr wahrscheinlich einen kurzanhaltenden, "blockig" aussehenden Fehler in einem Frame verursachen.

Ein Kontinuitätsfehler bei h.264-Videodaten wird sehr wahrscheinlich Framabrisse verursachen, welche nach kurzen Aussetzern (unter 1 Sekunde) im Video aussehen; im schlimmeren Falle kann das Einfrieren für zwei bis drei Sekunden anhalten. Aber manchmal kann es mit angezeigten Artefakten richtig schlimm werden, oder (wenn nVidia Hardwarebeschleunigung benutzt wird) ein nVidia-Treiber erzeugt ein BSOD (Blue Screen Of Death) oder ein hartes Rebooten. Der Elecard-Softwaredecoder ist der robusteste für die Handhabe von h.264-Videostreams mit Glitch.


1.1.3.6 In der Ausgabedatei enthaltene Tabellen

Wenn eine Editierung gemacht wird enthält TSPE als Standardeinstellung zwei zusätzliche Packete am Beginn der Bearbeitung, welche die PAT und PMT Tabellen sind. Diese Tabellen werden benötigt, um eine strengstens konforme MPEG2-Transportstreamdatei zu erzeugen: man kann erkennen, dass die meisten durch Aufnahmesoftware erstellten Dateien sehr wahrscheinlich diese Zabellen besitzen (manchmal sind zusätzliche Tabellen vorhanden). TSPE findet die angemessenen Tabellen in der Eingabedatei um den Ort des Editierungsanfangs, und erstellt Kopien dieser Tabellen als die ersten beiden Pakete in der Ausgabedatei. (Der Weg, wie TSPE diese Tabellen findet, ist sehr komplex. Diese Initialtabellen haben keinen Kontinuitätszähler von 0, die haben einen Kontinuitätszähler, der so eingestellt ist, um keinen Kontinuitätsfehler mit mit anderen PAT und PMT Paketen abzusichern, die in der Ausgabedatei folgen werden. Im Gegensatz dazu zwingen einigen professionellen Tools am Anfang der Datei den Kontinuitätszähler aller PIDs auf Null: TSPE mach das nicht.)

Falls die Einbeziehung von Tabellen in der Ausgabedatei Probleme verursacht (wenn zum Beispiel Tabellen falsch in der Eingabedatei waren, oder wenn die Eingabedatei mehrere PIDs aus verschiedenen Programmen zusammengemuxt enthält), dann kann man auch versuchen TSPE so einzustellen, dass keine Tabellen in dessen Editierungen einbezogen werden. Obwohl eine Datei ohne Tabellen am Start nicht streng konform ist, werden die meisten PC-Wiedergabelösungen diese Dateien fröhlich abspielen (zum Beispiel wird eine rohe .ts Aufnahme von DVB-T oder Satellitenquelle nicht notwendigerweise mit Tabellen einleiten).

Bemerkung: den Haken aus 'include tables' rauszunehmen bewirkt nicht, dass TSPE Tabellen von editierten Transport Stream abschneidet/strippt: alle PIDs in der editierten Sektion werden beibehalten, inklusive der PIDs. Die 'include tables'-Einstellung bewirkt nur, ob TSPE neue Tabellen erstellt, um die Initialpackete der Ausgabedatei zu bilden.

Wenn natürlich die Eingabedatei mit einer Tabelle startet und die Bearbeitung direkt am Anfang der Eingabedatei vorgenommen wird (Packet 0), dann werden die existierenden Tabellen benutzt und TSPEs "Include Tables"-Feature wird weder aktiviert oder deaktiviert etwas machen.


1.1.4 Detaillierte Anleitung (Teil 2)

1.1.4.1 Benutzung der Editierauswahlliste (Edit Decision List)

TSPEs Edit-Knopf erzeugt eine Ausgabedatei abhängig von den in der Edit Decision List (das Panel unten rechts des Hauptfensters) enthaltenen Editierpunkten. Die Edit Decision List wird auch als EDL bezeichnet.

Wie in der Schnellstartanleitung unter Punkt 3 bemerkt, muss man den Add-Knopf benutzen, wenn man bereit ist die Start- und Endpunkte einer Editierung der Liste hinzuzufügen. Macht dieses bevor der 'Edit'-Knopf benutzt wird, um die Ausgabedatei zu erstellen. Wenn nur eine Bearbeitung in der Liste ist, dann wird der 'Edit'-Knopf diese benutzen. Wenn mehrere Bearbeitungen in der Liste vorhanden sind, dann wird der "Edit"-Knopf alle ausgewählte benutzen. (Wenn man gar keinen von denen auswählt, dann verknüpft TSPE alle, als wären alle ausgewählt.)

Ein Anwendungsbereich der Editierliste ist als eine Art Logbuch, wenn man mehrere verschiedenen Start und Endpunkte ausprobieren will (der Test-Knopf ist dabei auch sehr hilfreich, siehe Hinweis bei Schnellstart unter Schritt 3). Falls man es vorher als Logbuch genutzt hat, stellt sicher, dass man nur eine Tabellenreihe für die finale Ausgabebearbeitung ausgewählt hat - oder man kann natürlich auch alle ungewollten Reihen mit dem 'Del'-Knopf löschen.

Es ist auch möglich multiple, verschiedene Eingabedateien in die Edit Decision List einzubeziehen (man kann zum Beispiel multiple .ts Teile per Drag and Drop mit dem TSPE-Fenster verwenden und auf die Editierungslistentabelle fallen lassen). Dieses erlaubt Dateien zu verknüpfen oder zu 'verbinden'. Ich habe bis jetzt dieses Merkmal noch nicht selber getestet, aber es sollte ausgezeichnet arbeiten (bitte berichtet jeden Fehler). Ein anderer großpotenzieller Anwendungsbereich für multiple Eingabedateien in der Edit Decision List ist das Beheben von Fehlern in einer Aufnahme durch Zusammenfügen von Stücken zweier verschiedener Quellen: siehe Sektion Einführung zum Beheben von Glitches mit TSPE unten.

man kann zum Start/End-Punkt von bestehenden Einträgen in der Edit Decision List navigieren, indem mit dem linken Mausknopf auf die benötigte Reihe der Tabelle doppelt geklickt wird: das wird einen Eintrag aus der Editiertabelle in TSPEs Start/End-Punkttabelle zurückholen (Hauptfenster, oben rechts). Man kann dann den 'Jump'-Knopf benutzen, um zum Startpunkt oder zum Endpunkt zu navigieren.

TSPE kann die Edit Decision List speichern (siehe 'Save' und 'Load' -Knöpfe unter der Listentabelle) und der Dateityp der gespeicherten Datei ist .edl.

TSPE kann auch eine eigene oder durch MPEG2Repair erstellte Logdatei in die EDL laden (benutzt die 'Load'-Funktion, um die .log Datei zu öffnen). Dieses erzeugt eine TSPE Edit Decision List basierend auf den in der Logdatei berichteten Fehlerabständen, so dass man TSPE für eine visuelle Überprüfung der Fehlerstellen benutzen kann und/oder man ein kleines bearbeitetes Stück mit den enthaltenen Fehlern erstellen kann.

Beachtet, dass TSPEs Editierfunktionen anhand Byteabständen in der Editierliste arbeitet (welche Paketabstände sein sollten): die in der Editierliste angezeigten Zeitcodes sind nur Informationen. Für fortgeschrittene Benutzer ist es möglich die .edl Datei (oder eine MPEG2Repair Logdatei) manuell zu editieren, um die Byteabstände auf etwas anderes einzustellen. Warnung: falls man die .edl Datei manuell editiert und den Byteabstand auf Positionen einstellt, welche keine korrekten Transportstream-Grenzen sind, dann wird TSPEs sich undefiniert verhalten.

1.1.4.2 Manuelles Setzen der Bitrate

TSPE arbeitet mit Paketnummern und Bytes. Für die meisten Benutzer sind diese ziemlich nichtssagende Nummern, es werden also die Dateiposition in Sekunden angezeigt, um den Benutzer zu helfen. TSPE kalkuliert aus der Dateiposition die Zeit in Sekunden, indem eine Bitrate benutzt wird, die für die Datei als konstant angenommen wird. TSPE versucht die Bitratedaten vom verwendeten Directshowvideographen zu erhalten und dieses funktioniert für gewöhnlich. Manchmal sind diese Zeitdaten falsch, weil entweder durch:
(a) einer Zeitstempel- (Timestamp, PTS) lücke in der Eingabedatei
(b) einem PTS-Rollover/Wraparound in der Eingabedatei (die PTS dreht sich zu 0 um ungefähr alle 25 Stunden: dieses verwirrt Haali)
(c) zwei in der Eingabedatei enthaltene, zusammengefügte Videoarten (z.B ein Kanaltestbild mit geringer Bitrate, gefolgt von einem h.264 Video mit hoher Bitrate)
(d) andere Verrücktheiten in der Eingabedatei, welche den Directshowfiltergraphen verwirren.
Ein durch TSPE angezeigter Fehler in der Zeit wird keinen Fehler in der editierten Ausgabedatei verursachen, aber es bedeutet, dass das Videovorschaubild Nutzlos wird: in dieser Situation sollte der "Test"-Knopf benutzt werden, um die Richtigkeit der Editierpunkte zu testen.

Detaillierter, TSPE zeigt Videos im Videovorschaufenster anhand der in Abhängigkeit von der Bitrate und des aktuellen Paketbyteabstandes kalkulierten Zeit. Also wird anhand der zeit in der Videovorschau gesucht. Falls TSPE die Zeiten falsch hat (aus jeden der vorgeschlagenen Gründe), dann stimmt TSPEs Videovorschaufenster nicht mit der aktuellen Position der gemachten Bearbeitungen überein. Um jedwede Probleme mit dem Videovorschaufenster zu vermeiden, sollte der Benutzer immer die "Test"-Funktion zum Testen und Vorschauen der Editierpunkte nutzen (alternativ gebt die finale Ausgabedatei wieder, um sicherzugehen, dass die Bearbeitungen korrekt sind). Für ein kleines Problem (z.B. fünf Sekunden PTS-Lücke) ist das Videovorschaufenster meistens korrekt, aber scheint leicht während der ganzen Datei zu 'driften'; Bearbeitungen können immer noch akkurat durch Benutzung des Videovorschaufensters gemacht werden und so die ungefähre Position zu finden und dann den "Test"-Knopf iterativ zu nutzen, bis die richtig, präszise Position gefunden wird. Für ein großes Problem ist es empfohlen TSPEs Bitratenüberschreibung (bitrate override) zu benutzen, oder die Eingabedatei in zwei Stücke mit jeweils konstanter Bitrate zu teilen.

Wenn es ein Problem mit der Zeitanzeige in Sekunde gibt, dann kann mann es durch manuelles Einstellen der Bitrate in das Textfeld überschreiben. (Bemerkung: in Mbps). Beachtet, dass man immer die Eingabedatei neuöffnen muss, bevor die Bitratenüberschreibung funktionieren wird.

1.1.4.3 PTS Zeitstempel und PCR

TSPE erkennt und decodiert PTS (Presentation Time Stamp) inmitten des Videostroms. Der PTS ist ein präziser Zeitcode (in Millisekunden), der von Abspielsoftware genutzt wird, um Audio- und Videopakete zu synchronisieren. Die PTS sind in Packet-Header jedes Video- und Audioframes.

Videopakete enthalten auch anderen Zeitcode namens PCR. PTS und PCR beziehen sich aufeinander, obwohl die exakte Beziehung von der Framerate abhängen. Es gibt 3600 PCR "Ticks" pro Frame. Weil die PCR-Zahl pro Sekunde variabel abhängig von der Framerate ist, ist PTS die verlässlichere Lenker zum tatsächlichen Timing.

TSPE zeigt PTS und PCR im Packet Decode Informationspanel an, wenn eine PTS oder PCR im gegenwärtigem Packet gefunden wird. TSPE hat zwei Knöpfe ('PTS' und 'PCR') zum vorwärts Scannen innerhalb der Datei auf das nächste Paket mit enthaltenem PTS oder PCR.

Die PTS ist weder zum Kalkulieren der Zeiten geeignet, die von TSPE für die aktuellen Positionen angezeigt werden, noch für die in der Edit Decision List. Noch ist PTS geeignet das Suchen im Videovorschaufenster zu kontrollieren: beide Timingarten hängen von der angenommenen Bitrate ab, wie oben erklärt.

Zukünftige TSPE-Versionen werden eventuell PTS mehr benutzen, um einige Probleme zu vermeiden, wenn die angenommene Bitrate falsch ist. Zukünftige TSPE-Versionen werden eventuell nach PTS-Lücken scannen und lokalisieren können.


1.1.4.4 Konfigurationsoptionen

Video mode: MPEG2 oder h.264 (Default h.264) - dieses kopiert die Radioknöpfe unten links im Hauptfenster
Audio mode: AC3 oder MPEG Audio (Default AC3) - muss beim Navigieren mit Audioframes anstelle von Videoframes korrekt eingestellt sein
Frame +/-AV: Videomode oder Audiomode (Default Video mode) - Wechselt zum Audiomode für das Navigieren durch Audioframes mit den "F+" und "F-" Knöpfen
Frame rate: 60/50/30/25/23.97 (normalerweise korrekt anhand der Eingabedateiparamter eingestellt, aber braucht eventuell manuelle Justage vom Benutzer, besonderst bei NTSC-Eingabedateien) - die Framerate wird für einige Navigationskontrollen in Verbindung mit der Bitrate benutzt; es könnte eventuell manuelle Justage besonders für NTSC-Dateien gebrauchen, welche als 29.97fps berichtet werden, aber wirklich 23.97fps nach einem 3:2 Pulldown (oder umgekehrt) sind

Include Packet At End Point? (Default aktiviert) - Tests ergaben, dass die dem Endpunkt folgenden Videoframeheader (d.h. das Paket am Endpunkt) müssen in der Ausgabedatei enthalten sein, um das finale Frame der Bearbeitung korrekt abzuschließen.

Auto Find PIDs? (Default aktiviert) - Beim Öffnen der Eingabedatei führt TSPE einen Schnellscan der Datei durch, um die PID-Bauminformation zu erstellen. Das bedeutet, dass das Öffnen der Datei ein paar Sekunden dauern kann. Dateien werden mit dieser ausgeschalteter Option schneller geöffnet, in dessen Fall der PID-Baum kann durch den 'Find PIDs'-Knopf erstellt werden.

Die finalen Baumoptionen betreffen die gelogte Ausgabe der 'Scan'-Funktion:

Include PID Tree in Scan? (Default aktiviert) - Das Scanlogbuch (Onscreen und in der Logdatei) wird auch die PID-Bauminformation enthalten.

Scan to EDL? (Default aktiviert) - Die Position von jedem gefundenen Fehler wird auch in die Editierliste als Editierpunktgrenze kopiert - Die Fehler können durch Erstellen kurzer Edits mit den enthaltenen Fehlerpositionen (HINWEIS: doppelklickt auf die Editierliste, um die Reiheninformation zurück in die Start- / Endpunkttabelle zu kopieren, und nutzt dann die 'Jump' und -10 und +10 Knöpfe, um ein 20 sekündiges Videosegment zu erzeugen)

Scan to log? (Default aktiviert) - Wenn der Scan vollständig ist schreibt TSPE das Ergebnis in eine .log-Datei in den selben Ordner wie die Eingabedatei und mit einen ähnlichen Namen.


1.1.4.5 Einführung zum Beheben von Glitches mit TSPE

Eine einfache Herangehensweise für das Beheben mit TSPE von einem schwerwiegenden Glitch ist das Durchführen zweier Edits, eines vom Dateibeginn bis zur schlimmen Glitchposition (aber nicht eingeschlossen), und eine von der Glitchposition fortsetzend. Wenn beide Bearbeitungen in der Edit Decision List ausgewählt sind, dann wird die Ausgabe beide Bearbeitungen kombinieren und die Glitchposition in der Mitte überspringen. Es kann sich vorgestellt werden, dass der Benutzer die Bearbeitungspunkte an Keyframes von beiden Seiten des Glitches gesetzt werden. Die Ausgabedatei wird dann sehr wahrscheinlich einen Videoaussetzer an der Glitchposition enthalten, weil es sich von einem Keyframe zum nächsten bewegt ohne die dazwischenliegenden Videoframes, aber für die meisten Leute wird ein Frameabriss wie dieser den visuellem Fehlern inmitten des Frames vorgezogen.

Um den Effekt des Glitches auf den Ton zu reduzieren wäre eine fortgeschrittene Annäherungsweise alle guten Videoframes bis direkt vor der Glitchposition einzubeziehen, und auch alle möglichen Audioframes einzubeziehen. Dieses kann grundsätzlich durch Scannen bis zur Glitchposition gemacht werden (verwendet von CCS), dann durch manuelles Eingeben der Audio-PID und durch Benutzen von "PID-" zum Rückwärtsscannen bis zum letzten, dem Glitch voranstehenden Audiopacket. Es ist normalerweise sicher dieses als letzten Punkt der Bearbeitung zu nutzen, und man kann sogar einige zusätzliche gute Videoframes dadurch aussuchen. Nach dem Glitch fügt man dann alle Audiopakete (find ranges of audio packets using PID+) durch wiederholtes hinzufügen Nur-Audio-Pakete Bearbeitungen zu der Editierliste zusammen, bis mann das nächste Videokeyframe erreicht und man wieder mit dem Einfügen des gesamten Videos anfangen kann.

Es ist auch natürlich möglich Glitche perfekt zu reparieren, wenn man Zugang zu zwei Aufnahmen der gleichen Übertragung von der selben Quelle hat. Falls man in dieser Situation ist sollte es sehr einfach sein, durch TSPE die übereinstimmenden Keyframes in beiden Quellen zu identifizieren (benutzt die Hexvorschau um sicherzugehen, oder macht Gebrauch von den im Packet Decode Panel angezeigten PTS), und erstellt dann eine Edit Decision List, welche dann das Ergebnis der Editiersektionen beider Quellen zusammen hat, um ein saubere Ausgabe zu erstellen. Dieses könnte ein "Frankencap" genannt werden. HINWEIS: falls man das macht möchte man wahrscheinlich die Option Include Packet at End Point? deaktivieren, so dass die zwei Quellen ganz genau an den Fugestellen zusammengefügt werden.

Bemerkung: wenn die beiden Quellen nicht von der exakt selben Übertragung abstammen, können diese nicht leicht zusammengefügt werden, weil beide die falschen PTS und all anderen Zeitcodes haben werden, und weil Video und Audio unterschiedlich encodiert sein werden. Dieses ist so, weil für gewöhnlich Video und Audio vom Sender durch ein single-pass Encoding in Echtzeit kodiert werden: so (außer man hat viel Glück) Keyframes und anderes aus zwei verschiedenen Kodierungen werden nicht übereinstimmen. In einem schlimmen Falle wird man sogar herausfinden, dass die PIDs, Framerate oder Auflösung nicht übereinstimmen.


1.1.5 Gegenwärtige Einschränkungen von TSPE


* Wie angemerkt benötigt TSPE zur vollen Funktionalität ein Aufsetzen eines qualitativ guten Directshowfiltergraphen für jede in Frage kommende Eingabedatei. TSPE kann ohne dieses benutzt werden, aber das Videovorschaufenster wird nicht funktionieren oder wird zu mindest nicht die wahre Bearbeitungsposition wiedergeben.
* TSPE wird stellenweise verwirrt sein durch eine Eingabedatei, die PTS-Lücken oder zwei oder mehr deutlich unterschiedliche Bitraten innerhalb der selben Datei enthält. In diesem Szenario ist der 'Test'-Knopf hilfreich, um sicherzustellen, dass die Bearbeitungsstart- und endpunkte richtig sind, weil die Videovorschauanzeige keine angemessene Anleitung sein kann: in einem schlimmen Falle möchte man eventuell die Videokodieren ganz abschalten. Spaltet alternativ die Eingabedatei in zei oder mehr Teile, die alle eine konstante Bitrate und keine PTS-Lücken haben.
* Das Verhalten mit mehreren Eingabedateien mit enthaltenen multiplen Videostream (z.B. zum Beispiel drei, den selben Mux teilenden Kanäle) ist undefiniert: obwohl alle PIDs erkannt werden und ein Fehlerscan gemacht werden kann, wird das Videovorschaufenster nicht korrekt arbeiten, zum Beispiel weiß es nicht, welchen Videostrom man sehen möchte, und auch Bearbeitungen könnten inkorrekt sein
* Wenn man TSPEs Bearbeitungsfunktionen zum Wegeditieren von Sektionen in der Mitte einer Eingabedatei benutzt (z.B. zur Werbungsbearbeitung), die resultierende Ausgabe wird zu mindest Zeitstempellücken enthalten, welche Videoabrisse und/oder Suchprobleme während der Wiedergabe verursachen könnten. Als Hilfskonstruktion könnte man das beheben, indem man es demuxt und/oder remuxt (zum Beispiel kann h.264 in ein MKV-Container demuxt werden).

Abschließend betonen wir noch einmal die Wichtigkeit eine gute, stabile Wiedergabe von Eingabedateien im Windows Media Player (WMP) oder ähnlichen Playern zu haben, bevor man anfängt zu versuchen mit TSPE zu bearbeiten. Es gibt viele Informationen online, wie man eine h.264 Wiedergabe zum Funktionieren bekommt auf dem PC, und im Schritt 3 der Setup Anleitung gibt es auch Details dazu, also stellt uns bitte keine grundlegenden Fragen.


Dev Team Bekanntgabe: Eine neue Version steht kurz bevor, es ist sehr wahrscheinlich eine Shareware. Bitte schaut für mehr Informationen auf unsere Seite und haltet euch dort über den gegenwärtigen Status des Projektes auf dem Laufenden!

1.1.6 Anhang

1.1.6.1 Benötigte Software:

Software:
1. TS Packet Editor
2. GraphEdit

1.1.6.2 Quellen:

Diese Anleitung stammt vom TSPE Dev Team und Ventolin von http://ventolin.freehostia.com/

1.1.6.3 Fachbegriffe:

Für weitere Worterklärungen verweisen wir auf WIKIpedia Die freie Enzyclopädie Bitte unterstützt sie durch EURE Worterklärungen und werbt damit für HDTV!

1.1.6.4 Namensrechte und Copyright:

Alle genannten Namen und Warenzeichen gehören den jeweiligen Firmen und wurden in diesem Text zu rein informativen Zwecken verwendet.

Copyright 2007 | TSPE Dev Team und "Ventolin" | Webseitenimplementierung: Andreas "-horn-" Hornig

Bei Fragen und (konstruktiver) Kritik, oder wenn Ihr etwas hinzufügen wollt, schreibt Ventolin ein Private Message (bitte in Englisch und benötigt eine TSPE-Forenregistration), diskutiert es direkt im offiziellem TSPE-Forum (Englisch) oder in unserem Forum: "Tutorial: TS PACKET EDITOR - ANLEITUNG FÜR TSPE", oder sendet uns eine Email an staff@hdtvtotal.de.

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