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Bauanleitung eines Stereoschlitten für eine Kamera |
Stereoskopie
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Vorwort: Die Idee ein Tutorial über Stereoskopie zu erstellen kam mir nach dem Interview mit Herrn Kluger von KUK-Film Da mir eine zwei HDV- oder AVCHD-Kameras fehlen beschränkt sich die Anleitung erst einmal auf die Erstellung von stereoskopischen 3D-Bildern mit Kameras und wird bei Gelegenheit auf 3D-Videos ausgeweitet. Dieses Tutorial soll erst einmal die Grundlagen schaffen wie man 3D-Bilder schießt und bearbeitet, denn grundsätzlich ist dieses ebenfalls bei Videos so ähnlich zu tun.
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| Aufteilung der Tutorials :
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1.1 Bauanleitung eines Stereoschlitten für eine Kamera
1.1.1 Hintergrund Stereoskopie
Stereoskopie ist die Kunst aus zwei getrennt aufgenommenen Fotos des selben Objektes aus leicht unterschiedlichen Positionen einen Eindrruck von räumlicher Tiefe zu erzeugen, so ähnlich wie es beim Ton mit Stereophonie gemacht wird. Diese eigenschaft macht man sich beim Fotografieren oder Filmen zu nutze und kann so das Gerhirn mit einem 2D-Medium wie es Fotos nunmal sind eine weitere Dimension, also die räumliche Tiefe, vortäuschen.
Die Bilder müssen dann nach ein paar Regeln aufgenommen werden, oder der Stereoskopische Eindruck wird verfälscht, wird erst gar nicht hervorgerufen oder läßt die Augen wegen ungewohnter und falsche Stellung schmerzen.
Dabei wird sich und muß sich auch an der menschlichen Physiologie orientiert werden. So werden die meisten Aufnahmen mit einem Abstand von 7 cm erstellt, da der Augenabstand im Durchschnitt ca. 7 cm entspricht. Die Bilder müssen parallel verschoben aufgenommen werden und nicht direkt auf das Objekt gerichtet werden, denn die Augenstellung wechselt erst von einem parallen Blick zum "schielenden Blick", bei dem sich die Augenstellung kreuzen, bei Objekten näher als 30 cm. Und als letztes Sollte nicht herangezoomt werden, denn das Auge kann auch nicht zoomen und man müßte so den Abstand der Aufnahmepunkte dem Zoomlevel anpassen.
1.1.2 Material und Kosten
Da ich keine zwei Digitalkameras habe und auch keine Lust hatte diesen geforderten Abstand von 7 cm jedesmal durch einen Kamerwechsel mit Abmontieren und Aufmontieren bei jedem Foto durchzuführen brauchte ich eine Vorrichtung, die mit einer Kamera funktioniert und mir schnell ermöglicht die Position zu verändern, da sich das Objekt schnell verändern kann. Dass ich damit keine Menschen, Tiere oder andere bewegte Objekte fotografieren kann war mir schon bewußt, aber auch bei statischen Objekten kann ein einfacher Lichtwechsel einen Schatten in das eine Bild zaubern, das in dem anderen dannnicht zu sehen ist und somit wird schon der Tiefeneindruck geschächt.
Ich habe mir also eine Schiebvorrichtung überlegt und vorher mit Lego getestet, ob es damit funktioniert. Da die Test vielversprechend ausgingen mußte eine bessere Version her, denn die Schiebevorrichtung ging mir zu schwer, das ganze war zu schwer und hübsch anzusehen war es auch nicht. Bei einem Videoabend bei meinem Kumpel VDB fiel mir sein Kabelkanal zum Sanyo PLV-Z2 Projektor auf und dass man dieren Deckel leicht aufsetzenudn auch seitlich verschieben konnte, und da ich noch ein Stück Kabelschacht übrig hatte wurde das als Grundlage für meinen Stereoschlitten genommen.
Grundlegend werden nur ein Stück stärkerer Kabelschacht, zwei Adapterschrauben mit 3/4-Zoll Schrauben oben und 3/4-Zoll Gewinden an der Unterseite und ein Zollstock benötigt.
Das Ganze hat mich 22,56€ gekostet und ein paar Schrauben, Muttern und Gerätschaften, die man sowieso zu Hause rumliegen hat. Es geht auch günstiger, aber ich wollte meine Kamera nicht direkt mit der Adapterschraube auf das Plastikschrauben und habe mir dazu eine Auflageplatte für Camcorders gekauft, die ebenfalls eine 3/4-Zoll Schraube hat mit der man auch meine Kamera befestigen kann. Zusätzlich habe ich noch eine alte Wasserwaage angeschraubt, da ich an meinem Standbein so etwas nicht habe und ganz hilfreich fand. Aber zwingend ist das nicht gewesen für den Stereoschlitten.
1.1.3 Schritt für Schritt Bauanleitung
1.1.3.1 Basisstereoschieber
Dies ist eine bebilderte Baueinleitung mit kurzem begleitenden Anweisungen. Die Bilder sollten selbsterklärend sein und für den Nachbau genügen.
Zu Beginn musste die Auflaugeplatte für Camcorder bearbeitet werden. In diese mussten neue Löcher zur Verbindung mit dem Kabelschachtdeckel gebohrt werden. Für die vorhandenen Löcher hatte ich keine passenden Schrauben und die Köpfe hätten direkt an der Kamera gerieben, und dieses wollte ich vermeiden.
Bevor man die benötigten neuen Löcher bohrt sollte man als Hilfestellung die zu bohrenden Stellen markieren. Dieses nennt man "Körnen" und kann bei weicherem Metall mit einem dickerem Nagel gemacht werden. Mit dem Nagel werden mit zwei bis drei kräftigen Hammerschlägen kleine Kerben in das Metall geschlagen, in die man dann nachher die Bohrerspitze einsetzen kann und diese Kerbe wirkt dann einem schnellem Abrutschen des Bohreres ein wenig entgegen und erleichtert das Bohren.
Wer richtiges Körnwerkzeug, einen Stempel, zur Hand hat solte diesen bevorzugen, da der Nagel bei dieser Belastung schnell krum wird.
In die Körnung kann nun der Bohreraufsatz gesteckt werden und sachte vorgebohrt werden. Danach sollte man kurz prüfen ob die Position so stimmt und ob die Platte wirklich aus Metall besteht oder wie in vielen Fällen auch mit einem Metalgußkern versehen ist, dass man sehr schwer Bohren kann oder einen Plastikkern mit nur Metalüberzug hat, welches dann sehr schnell heiß werden und sich verziehen kann.
Ebenfalls sollte ab nun an die passende Unterlage gedacht werden, denn man möchte ja nicht in den guten Tisch bohren. Ich habe zwei Holzscheite genommen, da ich in die Spalte den Plastikpin versenken konnte und so die Auflageplatte wirklich eben hinlegen konnte. Andernfalls wird das Bohren erschwert.
Wenn nun alles geprüft wurde können beide Löcher gebohrt werden.
Den Überhang der Isolierschicht entfernen, damit die Schraubenköpfe tiefer versenkt werden können und um Phasen von oben einzubohren.
Damit die Schraubenköpfe tiefer versenkt werden können einfach mit einem größerem Bohraufsatz nachbohren. Dabei entstehen sogenannte Phasen, also aussparungen die zum Teil den Schraubenkopf aufnehmen. Wichtig dabei ist nur nicht komplett durchzubohren und genügend Wandstärke unten übrig zu lassen, um nicht beim Eindrehen der Schraube diese durchzubrechen.
Leider sieht man hier auch das Ergebnis, wenn man nicht aufpasst und zu großzügig vom Rand abstand lässt. Es viel mir erst hinterher ein, wenn ich die Schrauben dort befestige kann ich die Adapterschraube nicht mehr drehen, da diese dann blockiert würde.
Den Kabelschacht nach belieben groß lassen und mit einer x-beliebigen Säge absägen, einzig eine Mindeststrecke von 7 cm muss eingehalten werden.
Das auf den Fotos zu sehende Teilstück ist 26 cm lang. Diese länge habe ich gewählt, da es erlaubt auch die Stereobasis, also die maximale Strecke zwischen dem linken und rechten Aufnahmepunkt 20 cm beträgt und man damit auch "unendlich" weit entfernet Objekte noch als Stereogramm aufnehmen zu können. Außerdem passt dieses Größe noch gut in Taschen und es verwackelt oder verbiegt sich nicht auf dem Stativ.
Durch das Sägen sind scharfe Kanten, der Grat, entstanden, da das Profil aus weicherem Plastik besteht kann man diesen unschönen Rand mit einem scharfen Messer einfach abschneiden.
Nachdem die Löcher in der Auflageplatte sind kann man diese als Schablone nehmen und daran die neuen Markierungen auf den Profildeckel setzen. Die Auflageplatte wird anschließend auf das Profildeckjel verschraubt.
Beim Körnen sollte man auf dem Plastik behutsam vorgehen, oder das Plastik reißt ein und dieses sieht erstens unschön aus, aber verhindert auch das feste verschrauben mit der Platte. Außerdem neigen diese Art von Risse zum Wandern und können nach der Zeit den Deckel quer spalten.
Wenn die beiden Löcher gekörnt sind können diese mit der Bohrmaschine und dem selben Aufsatz vor dem Phasendrehen gebohrt werden. Somit müssen nur eine Sorte Schrauben verwendet werden und außerdem müßen eh die selben Schrauben die durch die Auflageplatte gehen auch durch diese Löcher passen.
Wieder gilt, dass eine Unterlage genutzt werden soll, in die man auch reinbohren darf und beim Bohren sollte nicht zu viel Druck ausgeübt werden, da auch das Plastik dadurch springen oder reißen kann.
Sollte ein Grat im Loch stehen bleiben kann einfach nochmal mit dem Aufsatz dieses abgescharbt werden.
Damit die Schraube der Auflageplatte von unten bedient werden kann muss ein Loch in den Profildeckel gesägt werden. Dabei muss ausreichend Platz zum Bedienen sein, aber auch genügend Rand um die Bohrlöcher, denn es soll nachher nicht zum Abriß der Platte kommen.
Bei der Auflageplatte dienen Muttern die von unten schon einmal aufgesteckt werden als Abstandshalter zum Profildeckel, damit dieser nachher beim Anziehen sich nicht verfomt oder gar einreißt.
Den Profildeckel und die Auflageplatte nun einfach zusammenstecken und verschrauben. Beim Anziehen dennoch darauf achten, dass sich das Plastik nicht verformt. Wer will kann auch Unterlegscheiben verwenden, damit die Kraft über eine größere Fläche abgeleitet wird und somit das Plastik geschont wird.
Auf dem Bild [034] ist nun gut zu sehen, dass sich die Adapterschraube nun von unten bedienen läßt und man so die Kamera befestigen kann.
Für das genaue verschieben der Kamera mit dem Deckel brauchen wir eine Einteilung. Diese könnte man auch aufmalen, aber eleganter und sauberer geht das mit einem Teilstück eines Zollstocks.
Die Zollleiste bekommt man vom Zollstock ab, indem man dessen Holz einfach spaltet. Dabei nur darauf achten dass der Riß auch bis zum Niet im Gelenk wandert und man von der anderen Seite so spaltet, dass der neue Riß sich mit dem anderen verbindet. Danach braucht man nur noch ein bißchen ruckeln und man bekommt die Zolleiste frei.
Die obere Klammer kann einfach entfernt werden und den Niet bei der hälfte der Länge abknippsen.
Ohne viel Erklärung: Klammer raus, sonst kann nachher nicht gebohrt werden.
Die Zollleiste soll an die Außenseite des Profils angeschraubt werden, dazu brauchen wir Löcher.
Das vorhandene Loch muss nur auf die von uns vorher bei den anderen Löchern auch verwendete Größe aufgebohrt werden und das andere Loch wird vorher wieder gekörnt und dann ebenfalls gebohrt.
Wenn nun die Klammer von vorher noch drin wäre wäre der Bohrer schlechter durchgekommen.
Die Zollleiste dient wieder als Schablone zum setzen der Markierung. Nun am besten mit einem Filzstift, denn wenn direkt mit dem Nagel markiert würde ist es schlecht mit einem Gegenhalt zu arbeiten und so Schwankt die Außenwand des Profils und die Vibration erschwert das genau arbeiten oder gar das Eindringen des Nagels.
Wieder vorkörnen und anschließend bohren.
Um das Profil zu stabilisieren ist es von Vorteil eine weitere Unterlage als Einschub in das Profil zu schieben und dann mit auf die Hauptunterlage zu fixieren. So ist das Profil stabiliere, man kann mehr Kraft aufbringen ohne dass das Plastik wegknickt und man bohrt nur bis zur Zwischenunterlage und nicht aus versehen bis durch zur Gegenseite des Profils.
Die Zollleiste nur noch mit den Schrauben und den Muttern an das Profil verbinden, den Deckel wieder auf das Profil setzen und so ist der schon einsetzbare Basisstereoschieber fertig.
1.1.3.2 Erweiterter Stereoschieber
Ich habe wie erleutert keine Positionsanzeige direkt am Stativ, dafür aber eine alte, kleine Wasserwaage übrig, die ich für diesen Zweck direkt mit an meinen Stereoschieber gebaut habe. Es ist zwar für den Stereoeindruck nicht notwenig, da man auch "schräg" fotografieren kann und man den selben winkel über die ganze Länge des Scheibers hat und somit auch dieser Winkel in beiden Bildern autaucht, aber ich finde dieses dennoch sehr hilfreich.
Hier nun wieder die Position für die Löcher mit dem Filzstift markieren.
Weil die Wasserwaage nicht mehr zwingend für den Stereoschieber benötigt wird beschränke ich mich bei der beschreibung auf das wesentliche und lasse die Bilder für sich alleine sprechen. Die Handgriffe wiederholen sich sowieso.
Weil die Wasserwaage nicht mehr zwingend für den Stereoschieber benötigt wird beschränke ich mich bei der beschreibung auf das wesentliche und lasse die Bilder für sich alleine sprechen. Die Handgriffe wiederholen sich sowieso.
Und wieder darauf achten eine Zwischenablage zu nehmen beim Körnen und beim Bohren.
Nach diesen schritten sind alle Teile fertig und müssen nur noch zusammengsetzt werden.
Stereoschieber fertig und zusammengesetzt
So sieht der Stereoschieber fertig aus und mit allen Teilen zusammengesetzt.
Um den Stereoschieber auf das Stativ zu befestigen einfach den Schieber auf das Stativ stecken und mit der Adapterschraube mit dem Innengewinde befestigen.
1.1.3.3 Alternative und Verbesserung
1.1.3.3.1 Alternative
Die Auflageplatte habe ich nur verwand, weil ich meine Digitalkamera nicht direkt auf das Plastik schrauben wollte. Es geht natürlich auch direkt und das habe ich ebenfalls gebaut. Der Vorteil ist, dass es natürlich günstiger wird, aber hat zum Nachteil, dass die Kamera direkt in der Mitte des Deckels ist und damit diesen zum Durchhängen bringt, was sich dann in eventuell verwackelten Bildern auswirkt. das ist mit der Auflageplatte nicht so extrem gegeben, da dieser zwei auflagestellen hat und diese recht nah am Rand des Deckels hat, womit er stabiler aufliegt. Wer seine Kamera dann dennoch schützen will kann das mit einer Lage Kork ebenfalls in geringerem Umfang machen.
1.1.3.3.2 Verbesserung
Auch wenn es mir nicht direkt um das "bestmögliche" Ergebnis ankam, gibt es bei allem immer etwas was man auch mit geringen Mittel besser machen könnte.
Also hier meine Manöverkritik.
Das auffälligste ist, dass sich der weiße Kabelkanal recht schnell verschmutzt hat, also dunkleres oder schwarzes Material nehmen. Es gibt Kabelkanäle die an der offenen Seite in gewissen Abständen Verstrebungen zur Verstärkung haben. Diese wären besser geeignet, weil diese noch mehr vor Verbiegung schützen.
Groß zu Verbessern gibt es nicht mehr viel, denn das Hauptargument für mich war das Gweicht und das konnte halbiert werden.
1.1.4 Stereobasis und erste Schnappschüsse
So sieht der Stereoschieber in Aktion aus. Insgesammt kann die Stereobasis, also der Abstand vom linken zum rechten Aufnahmepunkt 200 mm betragen, aber das gebräuchliche Maß ist von der neutralen Stellung bis zu 7 cm, weil dieses dem Augenabstand entspricht
Den Stereoschieber habe ich sofort getestet und Fotos aus ungefähr einem Meter entfernung gemacht. Aus Spaß und um nochmal zu zeigen welche Geräte benutzt wurden habe ich das von allen Werkzeugen gemacht. Zwischen Aufnahmepunkte liegen immer 1 cm und insgesamt habe ich einen Abstand von 7 cm.
Man sollte zwar keine Macroaufnahmen von sehr nahen Objekten machen, aber es ist auch möglich. Allerdings gilt dann die Faustregel mit der Stereobasis von 7 cm nicht mehr und muss korrigiert werden. Die Stereobasis muss deutlich verringert werden.
So sind die Bilder der Spinne aus einer Entfernung von ungefähr 20 cm gemacht worden und die Abstände betragen gerade mal einen Millimeter.
1.1.5.1 Benötigtes Werkzeug:
Standardwerkzeug, das man sowieso im Haus hat, siehe Bilder
1.1.5.2 Quellen:
Idee von mir selber, wird es aber sicherlich so oder so ähnlich sicherlich wo anders auch geben.
1.1.5.3 Anhang:
1.1.5.3.1 Fachbegriffe:
Für weitere Worterklärungen verweisen wir auf WIKIpedia.de Die freie Enzyklopädie
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1.1.5.3.2 Namensrechte und Copyright:
Alle genannten Namen und Warenzeichen gehören den jeweiligen Firmen und wurden in diesem Text zu rein informativen Zwecken verwendet.
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