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CeBIT 2006: HDTV-Nachlese

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4. Intel / Elonex

Was hat ein CPU Hersteller wie Intel direkt mit HDTV zu tun, dass er hier Erwähnung findet? Schließlich werden Intels CPUs zwar in Computern verbaut, aber zum Abspielen von HD-Filmen von WMV-HD-DVDs, zukünftig auch HD-DVD und Blu-ray Disc, von Festplatte oder von der TV-Karte werden noch mehr Komponenten benötigt, als die des Intel Sortimentes, denn Grafikkarten, Motherboards und weitere Hardware im Standardcomputern kommen meistens von anderen Herstellern.
Intel wird hier erwähnt, weil Intel immer wieder Standards setzt, die von anderen Herstellern aufgegriffen werden und somit doch den meisten von uns in anderer Form und Marke doch wieder unter die Augen tritt. So stand der Intelstand mit dem neuen CPU Architekturen Core Duo / Centrino Duo und Viiv gleich unter mehreren Standards. Das erste ist eine Doppelkernarchitektur für CPUs mit verbessertem Cachezugriff und weiteren Feautes und letzteres ist ähnlich dem Centrino eine Sammlung von verbindlich einzuhaltenen Eigenschaften, um sich mit dem Viiv-Logo schmücken zu dürfen. Dieses Logo zeigt dann dem Kunden an, dass es sich um einen Home Theater PC (HTPC) mit ganz speziellen Mindesteigenschaften handelt.

Core Duo / Centrino Duo

Wie der mit dem neuen Core Duo betriebene Qosimo G-30 Laptop am Toshibastand schon bewies, dass, trotz einer geringer gesteigerten Taktrate im Gegensatz zum Pentium 4 oder Centrino, nur durch eine neue Architektur auf Basis zweier parallel laufender Kerne eine überproportionale Leistungssteigerung einhergeht. Diese Leistung reicht wie im Falle Qosimo sogar um 1080p Filme darzustellen und noch nebenbei kleinere Aufgaben vom Rechner bearbeiten zu lassen. Neben den offensichtlichen zwei Kernen wurden bereits eingeführte Features ausgebaut. Der 2MB große 2L-Cache wird von beiden Kernen durch dynamische Verwaltung genutzt. Der Frontsidebus wurde von 533MHz auf 667MHz erhöht. Der Deep-Sleep Modus bekommt eine weitere Stufe mit dem Deeper-Sleep Modus, und als Gegenstück dazu einen Quick-Start Modus, der in drei Sekunden das System wieder aufweckt.
Der Centrino Duo bekommt mit dem 31Volt ein bisschen mehr Kernspannung, allerdings weniger als das Desktoppendant und dazu noch das Smart Speedstepping, welches sich kaum vom Vorgänger unterscheidet. Und um den Duo mit dem alten Single-Kern zu unterscheiden wird dieser konsequent als Intel Core Solo bezeichnet.

Viiv 1.0

Der Core Duo ist ebenfalls Bestandteil von Viiv Produkten. Viiv steht als Kunstwort für "Vivid" (lebendig, regsam) und Live und wird ähnlich wie das englische Wort für Ehefrau "Wife" ausgesprochen. Und genau so einfach sollen sich Viiv Geräte bedienen lassen, dass sogar (Ehe)Frauen diese HTPCs nutzen können und akzeptieren. Denn genau an diesem "Wohn und Akzeptanzfaktor", treffender "Wife Acceptance Factor", war für viele Heimkinofans der Grund, warum der selbst zusammengestellte HTPC nicht im Wohnzimmer, sondern eher in der "Bastelecke" des Mannes verbleiben musste. Genau dort will Intel ansetzen und an sein Erfolgskonzept "Centrino" anknüpfen und eine ähnliche Mindeststandardkomponenten setzen, die erfüllt sein müssen, wenn das Viiv-Logo genutzt werden will. Natürlich werkelt wieder ein Intel-Chip unter der Haube, aber auch an das Motherboard und Grafikkarte werden Forderungen gestellt. So muss das Motherboard über PCI-Express-Schnittstellen verfügen, um damit bei Verlangen der Rechteinhaber den Bus verschlüsseln zu können. Sollte Onboard Sound und Grafik vorhanden sein muss mindestens 5.1 Mehrkanalton ausgegeben werden und der Grafikchip muss über einen Digitalausgang samt HDCP-Kopierschutz (auch Intelprodukt) verfügen. Letzteres gilt ebenfalls für die Grafikkarte. Betrieben werden muss das Ganze mit Windows Media Center Edition 2005. Wenn also kein Intel "inside" ist gibt es auch kein Viiv-Logo, aber bei AMD heißt das Selbe in Grün "LIVE!".

Elonex

Im Zuge von Viiv gab es auf dem Intelstand eine Kooperation mit dem britischen Elonex zu sehen. Diese stellten einen in einem LCD intigriertem Viiv-PC vor und die Verantwortlichen scheuten sich keine Sekunde davor unsere von allen anderen Ausstellern abgewiesene WMV-HD-DVD abzuspielen. Es wurde erst mit Vorbehalt erlaubt, da diese die proprietären Scheiben noch nicht kannten, aber sie waren selber neugierig und wollten selber sehen, ob es trotz dem von uns hingewiesenem DRM und Microsoft-eigener Menüstruktur laufen würde. wir wurden überrascht, dass der Lumina "Italian Job" sofort erkannte und tadellos abspielte.
In dem Lumina arbeitete den Viiv-Anforderungen entsprechend ein Centrino Duo mit 2GHz mit 2GB RAM und zauberte das 720p Bild auf den WXGA LCD mit 1366*768 Pixeln. Das Scaling ließ keine Treppenstufen oder Kantenflimmern entstehen, was sonst bei vielen normalen Displays der Fall ist, wenn diese nicht die nativen HDTV-Auflösungen besitzen. Auch überzeugte der Screen mit satten Farben und auch der Kontrast und Helligkeitswerte waren im ersten Eindruck topp.
Aber es wurde noch besser. Der Centrino Duo ist so leistungsfähig, dass zu Italian Job noch im Picture-In-Picture oder Split-Screen Modus die DVD von Findet Nemo abgespielt werden konnte und noch weitere Bedienung ohne Ruckler duchgeführt werden konnten.
Einziger Nachteil war, dass es an der WMCE Fernbedienung keine Taste zum Wechsel der Tonspuren gab, so dass auch die englischen Mitarbeiter am Stand nichts von Italian Job gehabt haben. Dieses soll aber nun nach Wissen über die Existenz solcher Filme eingebaut werden.

Die Anschlüsse des Displays und des Viiv-PCs befinden sich an der rechten Flanke und stören das edle Design in keiner Weise. Vom DVD-Laufwerk über USB-Anschlüsse für externe Festplatten oder Tastaturen/Mäuse bis (W)LAN für Integration weiterer Viiv-Geräte und -Services wie VoD ist alles Gängige vorhanden. Ein Upgraden der Hardware sei wie bei jedem handelsüblichen PC möglich, um z.B. ein schon von Elonex geplantes HD-DVD einzusetzen. Des Weiteren ist ein Schacht für spezielle Festplatten vorhanden, in dem aber auch CI-Schächte gesteckt werden können. So können auch Pay-TV Sender empfangen werden und mit BSkyB und TPS France habe man schon die ersten interessierten Provider. Noch sei erst eine DVB-T Karte verbaut, aber auch DVB-C, -S und sogar -S2 seien möglich, sobald WMCE diese direkt ohne BDA-Vortäuschung einer DVB-T Karte erkennt. Somit müssen diese mit als reines 32'' Display genutzt werden. Dann wird der Viiv in den Deep-Sleep geschickt und es kann ein Signal über HDMI von anderen, externen Quellen angezeigt werden. Wenn wieder zurück zum Viiv geschaltet werden soll erwacht dieser aus seinem Dornröschenschlaf innerhalb von drei Sekunden geweckt werden, aber auch das Hochfahren des Rechners soll heimelektroniktauglich sein und nicht länger als 15 Sekunden dauern bis Rudimentäres gemacht werden kann und innerhalb von 30 Sekunden soll Alles voll verfügbar sein.
Vollwertig wird dieser verschmolzene PC und Display durch den SPDIF, so dass auch das Audio dieser AV-Anlage ausgegeben wird, und durch die Fernbedienung mit intigriertem Touchpad als Mausersatz. Aber auch Funktastaturen und Mäuse sind über Bluetooth anschließbar.
Für 2000 Pound Sterling (ca. 3000€) einen Vollwertigen PC mit viel Power UND ein superbes Display zu bekommen ist schon sehr reizvoll. Ein direkter Verkauf in Deutschland sei ebenfalls für den Sommer geplant und wir werden den jetzigen Lumina, oder die geplante HD-DVD Version mit 1080p Screen, mit Sicherheit genauer in Augenschein nehmen.

Viiv 1.5 / 2.0

Zusätzlich zu den Endgeräten zum Abspielen der Film-, Musik- und Bilddateien will Intel auch die Heimvernetzung einen Schritt weiterbringen. In den letzten Jahren wurde viel über eine Vernetzung von Unterhaltungselektronik geredet, aber auf Grund konkurierender Standards, Übertragungswege und letzendlich mangelnder Unterstützung der Geräte. Powerlineprodukte sind wieder verschwunden und wartena auf ein Comeback, der Denonlink (Ethernet) und i.Link (FireWire) verbinden ausschließlich Denon oder Sony Produkte reibungsfrei miteinander und auch das von Samsung gezeigte HANA (FireWire) ist noch in den Startlöchern.
Intel setzt bei Viiv 1.5 auf Ethernet (bis 1 Gbit) und erweitert so Viiv 1.0 Player zu Netzwerkplayer, über die auf andere Viiv 1.0 Player und 1,5 als auch UPnP-Geräte (Festplatten, USB-Sticks, Digitalkameras, etc) zugreifen kann. Damit kann bequem auf alle sich im Viiv Netzwerk befindliche Geräte von Wohnzimmer oder jeglichem anderem Viiv-Gerät zugegriffen werden. Dabei wird ebenfalls auf eine einfache Handhabung geachtet. So können bestehende Nertzwerkstrukturen genutzt werden und nur Switch oder Router gegen einen spezielle Viiv 1.5-fähigen getauscht werden. Diese Router müssen nicht mehr umständlich von Hand eingerichtet werden, sondern diese holen sich direkt vom Master-Viiv-PC oder veranlassen diesen das vom Benutzer selber einzustellen, was aber recht einfach und benutzerfreundlich geregelt wurde. Alle Viiv und UPnp Produkte organisieren sich danach selbstständig und lassen sich in einer Liste anzeigen, von wo aus man dann auch aud diese zugreifen kann, um z.B. auf dem Server im Keller liegende Urlaubsfotos als Diashow im Wohnzimmer anzeigen zu lassen. Bestehende Netzwerkcomputer können weiterhin im Netzwerk belassen werden oder beschränkt in das Viiv 1.5 werden, denn dieses verschlüsselt den Datenstrom zusätzlich in DTCP zur normalen WEP/WPA Verschlüsselung, wenn es der Rechteinhaber wünscht.
Diese erweiterten Verschlüsselungs- und DRM-Methoden sind auch der Grund, warum VoD-Anbieter wie T-Vision, One4Movie oder bald auch Pro7 ihre Filme als Viiv-konform anbieten werden. Viiv 1.5 soll Ende des Jahres in Produktform erhältich sein
Über Viiv 2.0 war nur zu erfahren, dass es speziell für Windows Vista erstellt wird und dort deren Schutzeinrichtungen (DRM, TCPA und Verschlüsselung) nutzen will, um eine vollständige Schutz-und Kontrollkette zu errichten.

Wednesday, March 29 @ 18:14:23 by -horn- Print this // Send this
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